Der heisse und trockene Sommer 2026 hat es deutlich gezeigt, dass viele Bäume in unseren Wäldern und Gärten mit dem Klima zunehmend Mühe haben. Es gibt aber einige – vielleicht eher unbekannte – einheimische Baumarten, für die Trockenheit und Hitze kein Problem ist.

Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist jetzt. Bäume sind für unser Klima und unsere Umwelt äusserst wichtig. Sie bieten Lebensraum für eine grosse Artenvielfalt an Tier- und Insektenarten, je älter der Baum ist, umso grösser ist diese. Ausserdem wandeln sie Kohlenstoff in Sauerstoff um, binden Feinstaub und in ihrem Schatten ist es spürbar kühler, was vor allem in Städten ein wichtiger Faktor ist. Der vergangene Sommer hat in den Baumbeständen deutliche Spuren hinterlassen und das nächste Jahr wird zeigen, welche Bäume sich erholen konnten. Folgt noch einmal ein ähnlich trockenes und heisses Jahr, stehen die Chancen für bereits stark gestresste Bäume nicht gut.

Herbstfärbung bereits im August

Vor allem in der Nordwestschweiz und über den Jurabogen waren bereits ab Anfang August rot verfärbte Flecken in den Wäldern auszumachen. Meist handelt es sich um Rotbuchen (Fagus sylvatica), die im Überlebensmodus sind und die Blätter abwerfen, um die Verdunstung der Feuchtigkeit zu stoppen. Auch Fichten (Picea abies) werden über kurz oder lang aus den Wäldern verschwinden, sie bekunden ebenfalls massiv Mühe mit Trockenheit, umso mehr, da sie als Flachwurzler keine Möglichkeit haben, Feuchtigkeit aus der Tiefe des Bodens zu ziehen. Ähnlich wie diesen beiden dominanten Baumarten ergeht es zum Beispiel Birken (Betula) und Linden (Tilia). 

Einheimische Klimaprofis pflanzen!

Verschiedene Eichenarten haben es auch in diesem extremen Sommer bewiesen – ihnen konnten Hitze und Trockenheit nicht viel anhaben (ausser an extremen Standorten), ihre Blätter waren auch Ende Sommer noch grün und sie zeigten sich ziemlich widerstandsfähig. Wie zum Beispiel die Stiel- oder Flaumeiche gibt es noch weitere einheimische Baumarten, die vielleicht nicht ganz so bekannt sind, aber dem heissen und trockenen Klima trotzen. Wer heute einen Baum pflanzt, ist mit den nachfolgend vorgestellten einheimischen Arten gut beraten.

Steinweichsel, Felsenkirsche

Die Steinweichsel ist ein mehrstämmiger Strauch oder kleiner Baum bis zu einer Wuchshöhe von ca. 7 Metern. Die eher unbekannte Baumart ist ein wertvolles Insekten- und Vogelnährgehölz und passt in eine Hecke ebenso wie als Solitär im Garten oder auch einem Gefäss. Die leicht duftenden weissen Blüten im Frühjahr sind sehr zahlreich, aus ihnen wachsen im Herbst kleine, schwarze, rundliche Früchte, die bei Vögeln beliebt sind. Die Steinweichsel ist sehr anspruchslos, mag aber eher einen kalkhaltigen Boden.

Schneeballblättriger Ahorn

Der Schneeballblättrige Ahorn ist ein meist einstämmiger Baum mit aufrechtem Wuchs und rundlicher Krone. Er wird an einem geeigneten Standort bis zu 10 Meter hoch. Die Blüte ist eher unscheinbar, er ist ab August mit den typischen geflügelten Nüsschen geschmückt. Die Blätter ähneln sehr dem Gemeinen Schneeball und verfärben sich im Herbst prächtig von gelb bis ziegelrot. Er eignet sich in Einzelstellung im Naturgarten ebenso wie als Alleebaum und ist sehr klimaresistent.

Französischer Ahorn, Felsenahorn

Der Französische Ahorn ähnelt dem Feldahorn (Acer campestre), er hat aber kleinere Blätter und wird bei eher langsamem Wuchs insgesamt weniger gross. Mit einer Höhe von 6 bis 8 Metern eignet sich der Französische Ahorn auch gut für grössere Hausgärten. Er bildet eine ovale bis rundliche Krone, ist sehr trockenheitstolerant und wärmeliebend und verfärbt sich im Herbst wunderschön goldgelb.

Hopfenbuche

Die Gemeine Hopfenbuche ist ein sehr dekorativer Baum mit ihren gesägten Blättern und den auffälligen weissen Früchten, die Hopfenblüten ähneln. Die langen Blütenkätzchen erscheinen im April/Mai. Die Hopfenbuche wächst eher langsam, bildet eine rundliche Krone und hat einen vergleichsweise kurzen Stamm. Sie wird bis zu 15 Meter hoch und gedeiht am besten auf einem kalkhaltigen, nährstoffreichen Boden.

Flaumeiche

Sie ist unter den Eichen diejenige mit der knorrigsten, malerischsten Form mit einer Höhe bis zu 10 Metern. Die wärme- und sonnenliebende Eichenart hat ihren Namen von der intensiv flaumig behaarten Rückseite der Blätter, die lang und zum Teil tief eingeschnitten sind. Die Flaumeiche ist ausgesprochen wärmeliebend und braucht einen sonnigen Standort. Ansonsten ist sie sehr anspruchslos und wächst in jedem Boden. Ihr Holz ist ausgesprochen langlebig und wird gerne für Möbel verwendet.

Zerreiche

Die Zerreiche ist die seltenste Eichenart der Schweiz und kommt nur im Südtessin wild vor. Wie alle Eichen ist sie ein wertvoller Baum für viele Insekten und deren Raupen sowie für weitere Tierarten wie Vögel, Eichhörnchen und Fledermäuse. Sie wird bis zu 20 Meter hoch, hat eine kegelförmige bis breitrunde Krone und längliche, tief gelappte Blätter, die auf der Rückseite flaumig behaart sind. Charakteristisch sind die attraktiven Früchte, die mit einem stacheligen Becher umschlossen sind. Die Zerreiche liebt einen warmen, sonnigen Standort.

Artikel teilen

Klimabäume online kaufen