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Simply the best: Veredelte Fruchtgemüse
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Veredeltes Fruchtgemüse wie Tomaten, Peperoni, Gurken und Auberginen bringen besonders aromatische Früchte hervor und sind erst noch robust und widerstandsfähig gegen Krankheiten. Machen Sie die Probe aufs Exempel!
Falls Sie Kinder haben, kommen Ihnen vielleicht die folgenden Aussagen bekannt vor: «Das hat er aber von dir!» oder «Sie ist genauso stur wie du!». Kinder vereinen Eigenschaften von beiden Elternteilen in sich, was man bei gewissen «Fähigkeiten» gerne mal dem anderen Elternteil in die Schuhe schiebt. Bei Pflanzen, die aus Samen gewachsen sind (die sogenannte generative Vermehrung), ist ebenfalls immer unterschiedliches Erbgut im Spiel. Die genetische Vielfalt ist von der Natur wunderbar eingerichtet – sie sorgt für anpassungs- und widerstandsfähige Pflanzen und erhöht die Resilienz von Ökosystemen.
Wie funktioniert das Veredeln von Pflanzen?
Was beim Menschen zum Glück nicht funktioniert, ist bei Pflanzen gang und gäbe: Mit der Veredelung – im Fachjargon «vegetative Vermehrung» genannt – werden die positiven Eigenschaften von zwei Pflanzen zu einer zusammengeführt. Auf diese Weise lassen sich spezielle Wuchsformen wie zum Beispiel Hochstamm-, Zwerg- oder Säulenbäume erzielen, der Fruchtertrag wird gesteigert und die Pflanzengesundheit gefördert. Auch alte, seltene Sorten werden auf diese Weise vermehrt. Ausserdem spart man Zeit, weil das Wachstum aus Samen oder direkt aus einem Steckling viel länger dauert.
Obst, Rosen und Fruchtgemüse
Auf diese Weise werden schon seit Langem vor allem Obstbäume und Rosen veredelt, seit einigen Jahrzehnten auch Tomaten und andere Fruchtgemüse. Bei der sortenechten Vermehrung entstehen genetisch identische Nachkommen, also Klone. Wird ein Steckling einer Pflanze – zum Beispiel ein Edelreis einer Obstsorte – auf eine widerstandsfähige, aber schwach wachsende Wildpflanze veredelt, entsteht ein eher kleiner Baum, der schmackhafte Früchte liefert und kaum Pflanzenschutzmittel braucht, weil die Unterlage wenig anfällig auf Krankheiten und Schädlinge ist.
Wieso werden Tomaten und Gemüse veredelt?
Beim Fruchtgemüse wie Tomaten oder Peperoni liegt der Fokus der Veredelung auf der Wuchsleistung, dem Ertrag und der Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Viele Züchtungen ergeben ertragreiche, aromatische und grosse Früchte, sind aber sehr anfällig auf Krankheiten. Darum werden sie auf widerstandsfähige Wild- oder auch spezielle Zuchtformen veredelt, die sehr robust sind und ein gutes Wurzelwachstum besitzen, von sich aus aber nur kleine, wenig aromatische Früchte hervorbringen würden.
Veredelung als Jungpflanzen
Anders als bei Obststecklingen werden bei einjährigen Pflanzen wie Fruchtgemüse die Unterlage und die Edelsorte ausgesät und im Alter von zwei bis drei Wochen veredelt. Eine knifflige Arbeit, die viel Fingerspitzengefühl erfordert. Dabei wird von der Unterlage der Kopfteil und von der Edelsorte der Wurzelteil abgeschnitten und die beiden Teile zusammengesetzt und fixiert (siehe Illustration). Die so veredelten Pflanzen werden bei hoher Luftfeuchtigkeit und warmen Temperaturen kultiviert und wachsen innert weniger Tage zusammen.
Nur Blut ist dick genug
Damit Pflanzen miteinander verbunden werden können, brauchen sie eine verwandtschaftliche Beziehung. Peperoni und Auberginen gehören wie die Tomate zur Familie der Nachtschattengewächse und können darum auch auf Tomaten-Unterlagen veredelt werden. Gurken sowie verschiedene Melonensorten gehören zur Familie der Kürbisgewächse und werden meistens auf eine Kürbisgrundlage veredelt.
Was sind die Vorzüge von veredeltem Gemüse?
Es liegt auf der Hand, veredeltes Gemüse hat viele positive Eigenschaften. Zum einen sorgt die wuchskräftige und robuste Unterlage dafür, dass die Pflanze schneller wächst und somit auch früher und länger geerntet werden kann. Durch die bessere Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten bleibt sie länger gesund und benötigt weniger Pflanzenschutzmittel. Ausserdem hat man gute Erträge von köstlichen und gesunden Tomaten und Gemüse, die geschmacklich meistens Meilen entfernt sind von denjenigen, die im Handel erhältlich sind.
Die Pflege von veredeltem Gemüse
Bei uns im Gartencenter finden Sie ab Anfang April die ersten veredelten Tomaten- und Gemüsesorten, Anfang Mai sind rund 25 veredelte Tomaten- und ca. 20 veredelte Peperoni-, Auberginen- und Gurkensorten erhältlich. Wichtig ist, dass die Veredelungsstelle unten am Stiel nicht mit Erde bedeckt wird. Die Veredelung ändert nichts an der sorgfältigen Pflege: Pflanzen Sie das wärmeliebende Fruchtgemüse an geschützte und sonnige Plätze und gönnen Sie den Pflanzen genügend Abstand, lockeren Boden und regelmässige Düngergaben. Giessen Sie regelmässig – immer am Fuss der Pflanze, nicht über die Blätter – aber verhindern Sie unbedingt Staunässe. Auf diese Weise geniessen Sie bald die köstlichsten Salate und Gemüsegerichte aus dem eigenen Garten.
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