Pockenmilben sind meistens ungefährlich und müssen nicht bekämpft werden, obwohl sich pro Jahr zwei Generationen entwickeln. Ihr weisser Haarfilz wird oft mit Mehltaupilzen der Rebe verwechselt.

Weisser Filzteppich

Bilden sich im Frühjahr schon bald nach dem Austrieb auf der Blattunterseite der Rebenblätter vorerst kleinflächige weisse Filzteppiche und beginnt sich bald darauf an diesen Stellen das Blatt nach oben auszustülpen, dann saugen auf der Blattunterseite Pockenmilben. Der Saugreiz bewirkt, dass sich die sonst von blossem Auge kaum feststellbaren Pflanzenhaare aufblähen, grösser und daraufhin sichtbar werden. Viele solcher Haare zusammen bilden dann den Filz, der sich im Laufe des Sommers rotbraun verfärbt. Auf der Oberseite der Ausstülpung nimmt diese bei blauen Sorten eher rote, bei weissen eher gelbe Farbe an.

Bekämpfung

Pro Jahr entwickeln sich zwei Generationen von Pockenmilben. Über den Winter verstecken sie sich unter den Knospenschuppen und alten Rindenteilen, wo sie mit Mineralölprodukten bekämpft werden können. Während des Knospenschwellens wirkt das Spritzen einer zweiprozentigen Netzschwefellösung; sie kann auch mit einem Pinsel auf das Holz gestrichen werden, nachdem es von sich lösender Rinde befreit wurde. Gleichzeitig werden so auch andere Schädlinge vernichtet. Nach dem Austrieb, wenn die Schäden bereits sichtbar werden, können synthetische Milbenmittel Anwendung finden.
Eine Bekämpfung der Pockenmilbe ist jedoch meistens nicht notwendig, da der Schaden höchst selten ein bedrohliches Ausmass erreicht. Der weisse Haarfilz wird trotz der Pocken oft mit Mehltaupilzen der Rebe verwechselt.
Besonders gerne befallen Pockenmilben die Hybridenreben, auch Direktträger, PD, Interspezifische Sorten oder Robustareben genannt.