Alle Malven verlangen einen nährstoffspeichernden Boden und einen warmen, sonnigen Standort. Pflanzen oder Verpflanzen ist im Spätsommer besser als im Frühjahr.

Herkunft

Malven oder Stockrosen, mit lateinischem Namen Alcea, gehören zu einer etwa 25 Arten umfassenden Gattung. Ihre Vertreter sind in gemässigten Gebieten Europas und Asiens heimisch. Bei uns besonders bekannt ist beispielsweise das ‚Chäslichrut’. Verschiedene Arten können bis zu zwei Meter hoch werden. Fast alle blühen im Sommer und Herbst und sind zwei- bis mehrjährige Stauden. Die Blüten sind meistens gross und sitzen mit nur kurzen Stielen am Blütenschaft. Lebensdauer und Schönheit werden oft durch schlechte Kulturbedingungen beeinträchtigt.

Standort

Alle Malven verlangen einen nährstoffspeichernden Boden und einen warmen, sonnigen Standort. Pflanzen oder Verpflanzen ist im Spätsommer besser als im Frühjahr. Werden die abgeblühten Schäfte sofort weggeschnitten, lässt sich die Lebensdauer verlängern. Während der Wachstumszeit ist gute Düngung angezeigt.

Vielfalt

In den Gärten bei uns wird meistens die aus dem Orient stammende Alcea rosea gepflanzt. Sie blüht nicht nur, wie der Name sagt, in rosa Farben, sondern von Rosa über Lachs bis zum dunkelsten Rot, auch gelb kommt vor. Es gibt einfache und gefüllte Formen.

Verwendung

Da die Blüten Heilkraft besitzen, werden insbesondere die schwarzroten Blüten als Tee geschätzt. Oft werden sie auch den Hagebutten beigemischt, damit der Tee, der sonst blass wäre, Farbe bekommt. Alcea rosea kommt heute nirgends mehr wild vor, sie ist nur noch als alte Kultur- und Gartenpflanze vorhanden und muss somit durch den Menschen laufend durch Neuanzucht ersetzt werden. Gelegentlich kann sie sich, aber nur in Gärten, bei günstigen Verhältnissen auch selbst versamen.

Malvenrost

Malven werden sehr häufig vom Malvenrost befallen. Insbesondere auf der Blattunterseite und an den Rippen bilden sich weissliche Wärzchen, die sich später braunviolett verfärben. Beim Aufplatzen werden braune pulverförmige Sporen entlassen. Auf der Blattoberseite verursacht der Pilz eingesunkene, gelborangenfarbene Punkte. Das Blattgewebe um die Befallsherde herum vergilbt und stirbt ab. Schliesslich verdorren alle Blätter, was zum Eingehen der Pflanze führen kann.

Vorbeugung und Bekämpfung

Da Malven bei Trockenheit und schlechter Ernährung besonders für den Malvenrost anfällig sind, sind bei Bedarf Wassergaben nötig und es ist auf eine gute Düngung mit Kompost, verrottetem Mist und anderen organischen Düngern zu achten. Im Herbst sind alle befallenen Blätter restlos zu entfernen, um im Frühjahr eine Neuinfektion von diesen her zu unterbinden. Notfalls können Fungizide gespritzt werden, wobei in Abständen von 10 – 14 Tagen zu behandeln ist, bereits ab Mai. Wichtig ist, dass die Unterseiten der Blätter gut getroffen werden. 

Malvenfleckkäfer

Auf Malven tut sich häufig auch ein Käfer gütlich, der Malvenfleckkäfer. Er ist knapp fünf Millimeter lang, blaugrün gefärbt mit gelbrotem Kopf und Beinen. Er frisst Unmengen kleiner Löcher in die Blätter. Seine Larve nagt an Wurzeln und unteren Stengelteilen. Die Blätter sehen siebartig durchlöchert aus, oft bleiben auch bloss noch die Blattrippen übrig. Auch Knospen und Blüten werden gefressen. Im Mai/Juni erscheinen die Käfer. Sobald die ersten auftreten, ist sofort mit einem Insektizid zu behandeln, um sie vor der Eiablage, welche an den unteren Stengelteilen erfolgt, zu beseitigen. Der Malvenfleckkäfer kann besonders bei trockenem Stand gefährlich werden.

Videoanleitung: Krankheiten bei Stockrosen (Malven) bekämpfen