Wenn im Spätsommer Früchte, Beeren und Gemüse reif werden, stellt sich schnell die Frage: Wohin mit der ganzen Ernte? Einmachen, Einkochen und Fermentieren bieten wunderbare Möglichkeiten, die Aromen des Sommers für die kommenden Monate zu bewahren. Was heute wieder im Trend liegt, war früher ein ganz selbstverständlicher Teil des Alltags.

Bevor sich der moderne Kühlschrank in den Haushalten verbreitete, mussten Lebensmittel auf andere Weise haltbar gemacht werden. Noch bis weit ins 20. Jahrhundert kamen sogenannte Eisschränke zum Einsatz, die mit einem Block Eis gekühlt wurden. Moderne Kühlschränke hielten hierzulande erst in den 1950er-Jahren Einzug. Bis dahin hiess es während der Erntezeit regelmässig: «Heute wird eingemacht!»

Bewährtes neu entdeckt

Was früher notwendig war, wird heute wieder ganz bewusst praktiziert. Denn Einmachen, Einkochen und Fermentieren sind nicht nur praktische Methoden, um Lebensmittel länger haltbar zu machen. Es macht auch Freude, die eigene Ernte zu verarbeiten und später ein Glas selbst gemachte Konfitüre, eingelegtes Gemüse oder würziges Chutney aus dem Vorrat zu holen.
Gerade wenn Heidelbeeren, Birnen, Peperoni, Zucchetti, Karotten, Bohnen oder Zwiebeln gleichzeitig erntereif sind, lässt sich so ein Teil der Ernte für später bewahren. Gleichzeitig weiss man bei Selbstgemachtem genau, welche Zutaten im Glas stecken.

Einmachen, Einkochen oder Fermentieren?

Die Begriffe Einmachen und Einkochen werden im Alltag häufig synonym verwendet, die Verfahren unterscheiden sich jedoch. Beim Einmachen werden die Zutaten gekocht und anschliessend heiss in saubere Gläser abgefüllt. Typische Beispiele dafür sind Konfitüren, Gelees, Chutneys oder Saucen. Beim Einkochen werden die vorbereiteten Lebensmittel direkt in geeignete Gläser gefüllt und anschliessend im geschlossenen Glas erhitzt. Durch die Hitze werden Mikroorganismen reduziert und beim Abkühlen bildet sich ein Vakuum. So können die Lebensmittel über einen längeren Zeitraum aufbewahrt werden. 
Bei der Fermentation wird gar nicht gekocht, hier übernehmen Milchsäurebakterien den Prozess des Haltbarmachens. Gemüse bleibt auf diese Weise knackig, ist aber leichter verdaulich und sehr gesund.

Obst, Beeren, verschiedene Gemüse, Pilze und fertig zubereitete Speisen können mit diesen unterschiedlichen Methoden konserviert werden. Wichtig sind in jedem Fall sauberes Arbeiten, geeignete Gläser sowie die für das jeweilige Lebensmittel passende Methode, Temperatur oder Einkochzeit.

Sommerfreuden für später

Einmachen bietet sich besonders dann an, wenn die Ernte im Garten grösser ausfällt als erwartet. Statt überschüssiges Obst und Gemüse verderben zu lassen, wird daraus ein Vorrat für Herbst und Winter. Früchte verwandeln sich in Konfitüren, Gelees oder Kompotte, Gemüse lässt sich einlegen und aus Zwiebeln entsteht beispielsweise ein würziges Chutney.

Und genau darin liegt ein besonderer Reiz: An einem kalten Wintertag ein Glas zu öffnen, das mit Früchten oder Gemüse aus dem eigenen Garten gefüllt ist, bringt ein kleines Stück Sommer zurück auf den Teller. Haben Sie Lust auf einen ersten Versuch? Mit unserem einfachen Rezept kreieren Sie im Handumdrehen ein pfiffiges Zwiebel-Chutney mit exotischer Note.

Lagerung und Haltbarkeit

Damit Eingemachtes, Eingekochtes und Fermentiertes möglichst lange Freude bereitet, spielt auch die Lagerung eine wichtige Rolle. Ungeöffnete Gläser werden am besten trocken, dunkel und kühl aufbewahrt, beispielsweise in einem Keller oder Vorratsraum.

Wie lange der Inhalt haltbar bleibt, hängt von den verwendeten Lebensmitteln und der Zubereitungsart ab. Gekochte Konfitüren und Gelees halten in der Regel bis zu zwei Jahre, eingekochtes Obst und Gemüse bis zu einem Jahr, fermentiertes Gemüse im Kühlschrank mindestens sechs Monate. Vor dem Öffnen lohnt sich immer ein genauer Blick auf das Glas: Deckel und Vakuum sollten intakt sein und der Inhalt darf keine auffälligen Veränderungen wie einen unangenehmen Geruch oder Schimmelbildung aufweisen. Geöffnete Gläser gehören anschliessend in den Kühlschrank und sollten zeitnah aufgebraucht werden.

Pflanzzeit für Obstbäume und Beerensträucher

Während die letzten Früchte des Sommers verarbeitet und für die kommenden Monate haltbar gemacht werden, lohnt sich bereits ein Blick auf die nächste Gartensaison. Denn der Herbst ist die ideale Pflanzzeit für viele Obstbäume und Beerensträucher. Der Boden ist noch angenehm warm, während die kühleren Temperaturen dafür sorgen, dass weniger Wasser verdunstet. So können die Pflanzen in Ruhe anwachsen und erste Wurzeln bilden, bevor der Winter kommt.
Ob Apfel, Birne, Zwetschge, Johannisbeere, Himbeere oder Heidelbeere: Wer jetzt pflanzt, kann sich in den kommenden Jahren auf feine Früchte und Beeren aus dem eigenen Garten freuen. Entscheidend sind ein geeigneter Standort und die Wahl einer Sorte, die zu den vorhandenen Bedingungen passt.

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