Es gibt verschiedene Situationen, bei denen sich auch Pflanzen einen Sonnenbrand holen können. Bei Sonnenschäden hilft leider keine After-Sun-Lotion, aber auch Pflanzen erholen sich wieder.

Nicht nur Menschen, auch Pflanzen können an einem Sonnenbrand leiden. Verschiedene Situationen, in denen Gefahr für einen Sonnenbrand besteht, sind bei Menschen und Pflanzen gar nicht unähnlich. Sie müssen sich gleichermassen vor allem im Frühling, wenn die dunklere Jahreszeit vorbei ist, wieder an die zunehmende Sonneneinstrahlung gewöhnen. 

Auswintern mit Bedacht

Vor allem Kübelpflanzen, die im Wintergarten oder im Treppenhaus überwintert haben, vertragen das volle Sonnenlicht im Frühjahr noch nicht. Robustere Pflanzen wie Oleander, Feigen- oder Olivenbäume können bereits im April an einen geschützten Ort auf den Balkon gestellt werden, aber auf keinen Fall an die pralle Sonne. Das langsame und schrittweise Angewöhnen vom Schatten bis zu einem vollsonnigen Standort darf gut und gerne drei Wochen dauern. Ebenso wird mit empfindlicheren Pflanzen wie Engelstrompete, Bougainvillea oder Zitruspflanzen verfahren, die aber erst ab Mitte Mai hinausgebracht werden.

Vorsicht bei zarten Gemüsepflänzchen

Dasselbe gilt für angezogene Jungpflanzen wie zum Beispiel Tomaten, Peperoni oder Zucchetti, die eigentlich alle sehr wärmeliebend sind. Aber auch sie müssen sich zuerst an die Sonneneinstrahlung und an die oft noch ordentlich schwankenden Temperaturen im Frühjahr gewöhnen. Wenn ein später Frost droht, werden die empfindlichen Junggewächse einfach noch einmal reingeholt oder ins Gewächshaus gestellt. Ab Mitte Mai gehts dann ins Gemüsebeet.

Sonnebrand bei Gurken

Diese Gurke wurde vermutlich als Jungpflanze etwas schnell an die Sonne gestellt – wenn der Schaden nur so gering ist, kein Problem.

Schnittstellen und Blätter schützen

Beim Sommerschnitt von Hecken empfiehlt es sich, einen bewölkten Tag auszusuchen. Frische Schnittstellen erleiden gerne einen Sonnenbrand bei voller Sonneneinstrahlung. Und auch beim Giessen an heissen Tagen ist Vorsicht angebracht: Gemüse- und Zierpflanzen immer direkt am Ansatz giessen, nie über die Blätter. Die Wasserperlen wirken wie Vergrösserungsgläser, durch die das Sonnenlicht vervielfacht wird und die Blätter verbrennt.

Sonnenbrand auch im Winter

Sogar im Winter kann es für einen Sonnenbrand bei Pflanzen reichen, obwohl die Sonneneinstrahlung sehr flach und deshalb nicht sehr intensiv ist. Starke Temperaturschwankungen machen vielen Pflanzen zu schaffen – wenn auf Pflanzen mit gefrorenen Blättern die Sonne scheint, werden diese manchmal regelrecht «gekocht», die Blätter, die vornehmlich gegen Süden braun geworden sind, entdeckt man meist erst im Frühjahr.

Rückschnitt bei Sonnenbrand

Ein klassischer Fall von Sonnenbrand bei einem Flieder (Syringa vulgaris) in einem Gefäss. Hier hilft nur ein gründlicher Rückschnitt.

Erste Hilfe bei Sonnenbrand

Haben Pflanzen trotz genügend Wassergaben einen Sonnenbrand, müssen sie an einen absonnigen oder halbschattigen Standort gestellt werden. Ist der Sonnenbrand auf Wassermangel und Hitze zurückzuführen, wird die Pflanze ausgiebig gewässert. Achten Sie dabei auf einen guten Wasserabfluss, Staunässe ist bei einer geschwächten Pflanze erst recht schädlich. Verbrannte Blätter und Blüten werden weggeschnitten, meistens erholen sich die Pflanzen aber wieder gut.

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